Der Kiebitz – Wiesenbrüter in Gefahr

© Josef Limberger

Artenschutztipp des Naturschutzbundes Oberösterreich

Jetzt im März, gerade erst im Brutgebiet eingetroffen, beeindrucken die Kiebitz-Männchen bereits mit ihren spektakulären Balzflügen. Ihre akrobatischen Flugmanöver mit den trudelnden Sturzflügen dienen einerseits der Verteidigung des Territoriums und sollen anderseits die Weibchen in Paarungsstimmung versetzen. Die etwa taubengroßen Vögel mit der charakteristischen schwarzen Federholle am Kopf sind typische Bewohner offener, flacher Landschaften mit kurzem oder gar keinem Bewuchs und daher durch die flächendeckende Intensivierung der Landwirtschaft besonders bedroht.

Der Kiebitz ist durch sein charakteristisches Flugbild mit den gemächlichen Flügelschlägen und dem auffällig schwarz-weiß gefärbtem Gefieder mit seinem metallischen Glanz oft schon von weitem zu erkennen. Wenn er sich zur Nahrungssuche am Boden befindet, kann man ihn manchmal dabei beobachten wie er auf einer Stelle stehend mit seinen Beinen schnell hin und her trippelt. Seine Hauptnahrung, Insekten werden dadurch aufgescheucht oder im Boden lebende Tiere wie Regenwürmer an die Oberfläche gelockt, da sie das klopfende Geräusch für Regen halten.

Als Teilzieher sind die Kiebitze bei uns in Österreich meist schon im zeitigen Frühjahr im Brutgebiet anzutreffen, wo die Männchen sofort ein Territorium besetzen. Die Weibchen legen am Boden, in eine flache mit Gras ausgelegte Mulde, meist vier birnenförmige, schwarz gefleckte Eier, die von beiden Elternteilen bebrütet werden. In dieser Phase des Brutgeschäftes kommt es durch landwirtschaftliche Aktivitäten häufig zur Zerstörung von Gelegen, da die Vögel durch das Fehlen geeigneter Brutflächen in feuchtem Grünland auf Ackerflächen ausweichen müssen.

Sind die Küken erfolgreich geschlüpft, folgen sie als Nestflüchter den Eltern überall hin. Doch ist die Gefahr für sie noch nicht gebannt, denn durch hohen, zu dichten Bewuchs ist es den Altvögeln oft nicht möglich genügend Nahrung für die Jungtiere zu finden. Außerdem können die Küken immer noch den Mähwerken der Traktoren zum Opfer fallen.

Mittlerweile gibt es jedoch wieder etwas Hoffnung für den Kiebitz, zum Beispiel durch Schutzprojekte wie im Naturpark Obst-Hügel-Land, die vom Ornithologen Hans Uhl betreut werden. Im Rahmen solcher Projekte werden Kiebitzgelege auf Feldern lokalisiert und dann ausgesteckt, das heißt markiert, sodass sie von den Landwirten bei der Bewirtschaftung ihrer Flächen umgangen werden können. Diese Methode ist zwar effektiv, aber leider auch sehr aufwendig, betont der Naturschutzbund Oberösterreich. Noch besser ist es daher, wenn Landwirte dafür gewonnen werden können, Brachflächen zu belassen, die als „“Kiebitzinseln dienen oder die Bewirtschaftung bestimmter Felder auf Mitte Mai zu verschieben. Dafür gibt es auch Förderungen vom Land Oberösterreich, weiß der Naturschutzbund.

Durch solch gezielte Maßnahmen steigen die Chancen für den Kiebitz auf Dauer in unserer Kulturlandschaft überleben zu können.

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