Gesucht - die Gottesanbeterin!

© Wolfgang Schruf

Faszinierend sind Gestalt und Verhalten der Europäischen Gottesanbeterin, passiert es doch gelegentlich, dass ein unvorsichtiges Männchen nach der Paarung vom größeren Weibchen aufgefressen wird, wenn es nicht schnell genug flüchten kann.

Ursprünglich stammt die große Fangschrecke aus Afrika und Südeuropa. Aufgrund der Klimaerwärmung kann das „Insekt des Jahres 2017“ immer häufiger auch in Oberösterreich beobachtet werden. Der Naturschutzbund Oberösterreich und das Biologiezentrum des OÖ. Landesmuseums rufen daher auf, Funde dieses interessanten Insekts zu melden.

Das vorderste Beinpaar ist zu geschickten, mit Dornen bestückten Fangbeinen ausgebildet, die im Ruhezustand eingeklappt sind. Dieser Körperhaltung hat die Gottesanbeterin auch ihren Namen zu verdanken, wirkt es doch so, als ob sie beten würde. Die tagaktive Fangschrecke ernährt sich ausschließlich von tierischer Nahrung, meistens von Insekten. Bei der Jagd wartet sie geduldig und regungslos. Befindet sich das Beutetier in der richtigen Position, schnellen ihre zwei Fangarme blitzschnell nach vorne und schnappen zu. Typischerweise findet man das wärmeliebende Insekt in sonnenexponierter Lage in Gras- und Buschlandschaften, Trockenrasen sowie Ruderalflächen mit lockerer Vegetation.

Das Weibchen der Gottesanbeterin kann bis zu 7,5 cm lang werden, das Männchen ist deutlich kleiner und erreicht eine Länge von bis zu 6 cm. Für die Paarung nähert sich das Männchen vorsichtig dem größeren Weibchen. Die Paarung selbst dauert mehrere Stunden. Am Ende muss das Männchen rasch das Weite suchen. Ist es nicht schnell genug, wird es vom Weibchen gefressen (Sexualkannibalismus). Bereits wenige Tage nach der Paarung legt das Weibchen bis zu 200 Eier in einem schaumigen Eikokon ab. Gut isoliert überwintern so die Embryonen bis sie dann im Frühjahr schlüpfen. Die erwachsenen Gottesanbeterinnen überleben den Winter nicht. 

Das Biologiezentrum des OÖ. Landesmuseums und der Naturschutzbund bitten um Nachweise der Gottesanbeterin aus Oberösterreich, oberoesterreich@naturschutzbund.at oder bio-linz@landesmuseum.at oder online auf der Naturbeobachtungs-Plattform des Naturschutzbundes: www.naturbeobachtung.at

 

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