Der Igel - Säugetier des Monats Oktober

© Josef Limberger

Mit seinem unverwechselbaren Stachelkleid zählt der Igel wohl zu den ungewöhnlichsten und gleichzeitig bekanntesten heimischen Wildtierarten. In Österreich gibt es zwei Arten, den Braunbrustigel, der vor allem in West- und Mitteleuropa anzutreffen ist und den Nördlichen Weißbrustigel, der hauptsächlich in Osteuropa vorkommt. Die Verbreitungsgebiete beider Arten überlappen sich in einer circa 200 Kilometer breiten Zone, die auch durch Oberösterreich verläuft. Rein äußerlich sind Braunbrust- und Weißbrustigel jedoch kaum zu unterscheiden.

Das auffälligste Merkmal des Igels sind die zwei bis drei Zentimeter langen, hohlen Stacheln, von denen er im Schnitt um die 8400 besitzt, weiß Mag. Gudrun Fuß vom Naturschutzbund OÖ. 240 bis 1400 Gramm bringt er je nach Alter und Jahreszeit auf die Waage, um gut durch den Winter zu kommen, sollte er etwa 600 bis 700 g Gramm wiegen.

Igel sind im wahrsten Sinne des Wortes Insektenfresser, zu deren Ordnung sie zusammen mit Spitzmäusen und dem Maulwurf gehören. Aber auch Spinnen, Schnecken, Regenwürmer und sogar Schlangen stehen auf ihrem Speiseplan, da sie zum einen durch ihr Stachelkleid vor Bissen gut geschützt und zum anderen selbst gegen das Gift der Kreuzotter immun sind.

Ursprünglich sind Igel Bewohner von Laubwaldrändern, Hecken und Feldgehölzen. Obwohl sich der stachelige Geselle gut mit der menschlichen Kulturlandschaft arrangiert hat, führt die stete Intensivierung der Nutzung zu seinem Rückgang. Hohes Verkehrsaufkommen, Zerstörung von kleinstrukturierten Lebensräumen und Pestizideinsatz machen ihm das (Über)Leben schwer.

Infolge ausgeräumter Landschaften zieht es auch diese Tierart immer mehr in Siedlungsbereiche. Hier finden die Igel Lebensraum, Nahrung und Unterschlupf, so die Ökologin des Naturschutzbundes.

Gerade jetzt im Herbst kann man den im eigenen Garten für Igel attraktiv gestalten. Abgefallenes Laub, das unter Sträuchern und Bäumen liegen bleibt, deckt ihren Tisch, da sich unter ihm gerne Insekten verstecken. Laub- bzw. Reisighaufen bieten ideale Überwinterungsmöglichkeiten.

BEOBACHTUNGSTIPP:

Der Igel ist ein Nachttier und Einzelgänger, der sich in naturnahen Gärten sehr wohl fühlt. Geräuschvolles Rascheln im Laub, Schnaufgeräusche und lautes Schmatzen können seine Anwesenheit verraten. Abends auf der Terrasse kann man die tierischen Mitbewohner auf Nahrungssuche auch schon einmal zu Gesicht bekommen.

Unter allen Igelbeobachtungs-Meldungen auf naturbeobachtung.at bis 31. Oktober verlost der Naturschutzbund drei Igelhäuser.

In Oberösterreich leben 79 Säugetierarten. Aufmerksame Naturfreunde können den Wissenschaftlern bei der Erhebung der Säugetier-Fauna unter die Arme greifen. Wer in Oberösterreich ein Säugetier oder dessen Spuren beobachtet, wird dazu aufgerufen, dies auf der Naturschutzbund-Plattform www.naturbeobachtung.at oder über die App mit den wichtigsten Fundinformationen (Art und/oder Foto, Fundort, Datum) zu melden: www.saeugetiere-ooe.at

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

     

 

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