Der Maulwurf - Säugetier des Monats März

© Josef Limberger

Mit seinen großen, zu Grabschaufeln umfunktionierten Vorderpfoten ist der Maulwurf perfekt an das Leben unter der Erde angepasst. Aufgrund der unliebsamen Hügel, die er auf Rasen oder Wiesen hinterlässt, ist er unter Gärtnern und Landwirten meist nicht sehr beliebt. Dabei ist die Anwesenheit des Maulwurfs grundsätzlich ein gutes Zeichen, so die Biologin Mag. Heidi Kurz vom Naturschutzbund Oberösterreich. Denn sie bedeutet, dass der Boden gesund und aufgelockert ist sowie zahlreiche Kleinlebewesen beherbergt. Der Tunnelbauer siedelt sich nämlich nur an, wenn er genügend Nahrung in der Erde findet. Und weil ihm neben Regenwürmern auch Schnecken, Engerlinge und Schnakenlarven schmecken, macht er sich auch noch als Schädlingsvertilger nützlich. Aufgrund seiner unterirdischen Lebensweise ist sein Sehsinn sehr schwach, dafür sind aber Gehör- und Geruchsinn gut ausgebildet. Die Schnauze ist zu einem Rüssel umgewandelt und besitzt lange, spitze Zähnchen.

In den landwirtschaftlichen Gunstlagen Österreichs hat der Maulwurf seinen Lebensraum fast gänzlich eingebüßt. Dies liegt einerseits am massiven Einsatz von Düngern und Pestiziden und andererseits am Fehlen von naturnahen Restflächen, so der Naturschutzbund. Natürliche Faktoren, die verhindern, dass der schwarze Schaufler das potentielle Höchstalter von drei bis fünf Jahren erreicht, sind neben dem Menschen, der ihm nachstellt oder Äcker und Wiesen umpflügt, auch Hochwässer, Rivalen der eigenen Art und Fressfeinde wie Fuchs, Greifvögel, Eulen, Rabenvögel, Störche und Wildschweine. Gelegentlich wird der Maulwurf auch von Hauskatzen erbeutet.

Sein täglicher Bedarf an Nahrung entspricht in etwa seinem eigenen Körpergewicht. Da er keinen Winterschlaf hält, vertilgt ein Maulwurf pro Jahr etwa 30 Kilogramm Nahrung.

Das Gangsystem besitzt eigene Vorratskammern, wo Regenwürmer lebend aufbewahrt werden. Weiters besitzt der Maulwurf zweimal so viel rotes Hämoglobin im Blut wie ein anderes Säugetier gleicher Größe; dadurch wird der im Erdreich vorhandene geringe Sauerstoffgehalt besser genutzt.

BEOBACHTUNGSTIPP: Maulwürfe verbringen den größten Teil ihres Lebens in ihrem Gangsystem unter der Erde. Unverkennbarer Hinweis auf ihre Anwesenheit sind die typischen Maulwurfshügel, deren Loch sich immer in der Mitte des Auswurfs befindet.

In Oberösterreich leben 79 Säugetierarten. Aufmerksame Naturfreunde können den Wissenschaftlern bei der Erhebung der Säugetier-Fauna unter die Arme greifen. Wer in Oberösterreich ein Säugetier oder dessen Spuren beobachtet, wird dazu aufgerufen, dies auf der Naturschutzbund-Plattform www.naturbeobachtung.at oder über die App mit den wichtigsten Fundinformationen (Art und/oder Foto, Fundort, Datum) zu melden: www.saeugetiere-ooe.at

Das Projekt „Die Säugetiere Oberösterreichs erleben und erheben“ ist eine Initiative von Naturschutzbund Österreich und Naturschutzbund Oberösterreich gemeinsam mit dem Land Oberösterreich & EU (Fördergeber), Biologiezentrum Linz, apodemus OG & KFFÖ (Fachpartner).

   

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