Es wird nimmer dumpa, es wird nimmer Nåcht!

© Manfred Mairinger

Seit die Evolution vor rund vier Milliarden Jahren die ersten Lebewesen auf diesem Planeten hervorbrachte, waren diese dem täglichen Wechsel von hell und dunkel ausgesetzt. Kein Wunder, dass die Organismen diese 24-Stunden-Periodik regelrecht verinnerlicht haben. So gut wie alle Arten besitzen eine innere Uhr, die z.B. Aktivität und Stoffwechsel steuert. Das unbedacht eingesetzte, die Nacht erhellende Kunstlicht kann diese stören und auch sonst Probleme verursachen!

Ob die heiligen drei Könige dem Stern von Bethlehem heute noch folgen könnten, ist äußerst ungewiss: In Gegenden mit natürlichen Licht- und Dunkelverhältnissen kann man zwar auch heute noch mit freiem Auge rund 3.000 Sterne am Nachthimmel sehen. Bei uns im vielerorts stark aufgehellten Mitteleuropa sind allerdings oft nicht einmal mehr 100 Sterne zu erkennen. Sie werden von einer Lichtglocke verdeckt, die über Siedlungen durch Streuung von nach oben abgestrahltem Licht entsteht. Diese Lichtverschmutzung ist der Grund, warum Sternwarten schon vor hundert Jahren aus den Städten aufs Land zu flüchten begannen.

Schattenseiten von Kunstlicht
Der Großteil der Bevölkerung verband die intensive nächtliche Beleuchtung lange Zeit mit Fortschritt und Wohlstand. Forscher erkannten in den letzten Jahrzehnten allerdings viele Schattenseiten der künstlichen Beleuchtung: Bekanntestes Beispiel in unseren Breiten ist wohl die Anlockung von Insekten, die dann durch die Hitze der Lichtquelle sterben oder an dieser so lange kreisen, bis sie ermattet zu Boden sinken. Neben solchen direkten Auswirkungen gibt es auch indirekte Folgen, die man schwieriger erkennt. So verleitet Kunstlicht in Kombination mit höheren Temperaturen Vögel in Städten zu früherem Brüten. Mangels Insektennahrung kann die erste Brut dann aber oft nicht aufgezogen werden. Auch beim Menschen kann die innere Uhr aus dem Takt kommen. Falsches Licht zur falschen Zeit steht sogar in Verdacht, das Krebsrisiko zu erhöhen. Da unbedacht eingesetztes Kunstlicht negative Auswirkungen auf Mensch und Natur hat und eine Energieverschwendung darstellt, sollten wir es möglichst sparsam und intelligent einsetzen, so Christian Deschka von der Naturschutzbund-Regionalgruppe Mühlviertel West.

 

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