Feldlerche - Sinkflug statt Singflug

© Kirsten Werrstein

Einst waren Feldlerchen überall über Äckern und Wiesen zu hören. Die Intensivierung der Bewirtschaftung brachte diesen und andere Bodenbrüter in vielen Teilen unserer Kulturlandschaft aber an den Rand des Aussterbens. Nur eine Rückkehr zu einer naturverträglichen Landwirtschaft kann Feldlerche, Braunkehlchen, Rebhuhn und Kiebitz retten.

Die Feldlerche ist mit ihrem braungrauen Gefieder optisch ein eher unscheinbarer Singvogel unserer offenen Kulturlandschaft. Umso auffälliger ist der Gesang der Männchen. Während andere Vögel Bäume als Singwarten nutzen, haben Feldlerchen als Bewohner des Offenlandes auffällige Singflüge entwickelt. Dabei starten Männchen zunächst lautlos gegen den Wind, gewinnen an Höhe und beginnen schließlich zu singen. Sie steigen mit raschen Flügelschlägen und gespreiztem Schwanz 50 bis 200 m hoch. Ist die Zielhöhe erreicht, kreisen die Lerchen gerne flügelschlagend und ununterbrochen singend über dem Revier, ehe sie mit ausgestreckten, aber fast bewegungslosen Flügeln wieder zu Boden gleiten. Rund 10 Minuten später startet der nächste Singflug, so Christian Deschka, Naturschutzbund-Regionalgruppe Mühlviertel-West.

„Lerchenfenster“

Feldlerchen brauchen für Brut und Nahrungssuche eine niedrige und lückige Acker- oder Wiesenvegetation. Früher war diese im Mosaik aus Wiesen, Äckern, Rainen, Hecken, … häufig zu finden. Doch die Raine und Hecken verschwanden und die Bewirtschaftung der dazwischen liegenden Flächen wurde intensiviert. Heute gibt es hauptsächlich stark gedüngte, schnellwüchsige Wiesen und Äcker mit dichtem Bewuchs aus Mais, Raps, Wintergetreide etc., die für die ehemaligen Steppenbewohner kaum Lebensraum bieten. Pilotprojekte zeigen, dass Feldlerche und Co wieder erfolgreich brüten können, wenn Landwirte in Raps oder Wintergetreide bei der Aussaat kurze Streifen als so genannte „Lerchenfenster“ auslassen. Die Politik sollte dafür die Rahmenbedingungen in Form attraktiver Förderinstrumente schaffen.

 

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