Hummel oder was? Nein, Wollschweber!

Gefleckten Wollschweber © G. Fuß
Bei Wollschwebern, auch Hummelschweber oder Trauerschweber genannt, handelt es sich nicht um Hummeln, wie man auf Grund der dichten Körperbehaarung meinen könnte, sondern um Fliegen.
Gerade jetzt im Frühjahr sind schon einige Arten aktiv, da ihre Larven bei frühfliegenden Wildbienen parasitieren. Erwachsene Tiere ernähren sich dagegen von Nektar und Blütenpollen. Man kann Wollschweber übrigens gut an ihrem schwirrenden Flug erkennen, der ein wenig an die Flugkünste eines Kolibris erinnert.
 

Wollschweber besitzen wie alle Diptera (Zweiflügler) nur ein Flügelpaar. Das hintere ist zu Schwingkölbchen, den sogenannten Halteren reduziert, die vor allem zur Stabilisierung des Fluges eingesetzt werden. Ihr Körper ist meist braun gefärbt und die Flügel sind durchsichtig mit schwarzen, durchscheinenden Bereichen. Bei vielen Arten ist der Rüssel, der zum Aufsaugen von Nektar verwendet wird, sehr lang und dick und kann anders als bei Bienen und Hummeln nicht eingezogen werden. In Österreich sind an die 40 Arten bekannt, so Mag. Gudrun Fuß vom Naturschutzbund Oberösterreich.

Larven leben parasitisch

Häufig kann man Wollschweber ab Ende März, Anfang April bei sonnigem Wetter und auf trockenen, sandigen Böden beobachten, da die Frühjahrsarten hauptsächlich bei Wildbienen parasitieren und dort die Eingänge zu den Bienennestern suchen. Häufig findet man den Großen Wollschweber (Bombylius major) und den Gefleckten Wollschweber (Bombylius discolor) bei der Frühen Weidensandbiene (Andrena vaga) oder der Frühen Weidenseidenbiene (Colletes cunicularius), beides erdbewohnende Bienen, die häufig in großen Kolonien vertreten sind.

Einige Wollschweber-Arten pudern ihr Hinterteil mit Sand und können diesen auch in einer speziellen „Sandkammer“ aufnehmen. Damit verkleben sie dann die Eier, bevor sie abgelegt werden. Der Sand dient zum einen als Tarnung, damit die Eier nicht von den Bienenweibchen oder potentiellen Fressfeinden entdeckt werden und zum anderen schützt er die Eier vor Austrocknung. Ist ein Nesteingang gefunden, werden die Eier davor abgeworfen. Kommt das Bienenweibchen dann zum Nesteingang, bleiben die Eier an ihrer Körperbehaarung hängen und werden so ins Nest geschleppt oder aber die aus den Eiern geschlüpften Larven suchen sich selbst den Eingang.

Während der Entwicklung ändern die Larven mehrfach ihr Aussehen. Die Erstlarve ist sehr mobil und begibt sich aktiv auf Wirtssuche, alle späteren Stadien besitzen keine Beine und haben das typische madenartige Aussehen einer Fliegenlarve. In den Fällen, wo die Wirte solitäre Bienen oder Wespen sind, fressen die Larven erst den Futterbrei für die Wirtslarven, bevor sie sich an diesen festsaugen und sie verspeisen. Überwintert wird meist als Larve. Die Puppe ist beweglich und besitzt Dornen und Borsten, die das Herausarbeiten aus Erdnestern erleichtern. Die letzte Häutung zum erwachsenen Tier erfolgt erst im Freien.

Wenn Sie diese und andere spannende Tiere im Garten oder auch bei Spaziergängen beobachten, melden Sie doch bitte diese Sichtungen am besten mit Foto auf der Meldeplattform www.naturbeobachtung.at des Naturschutzbundes.

 

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