Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensweise, Fortpflanzung und Lebensraum sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor - beginnend mit der Erdkröte (Bufo bufo), der am weitest verbreiteten Amphibienart Europas.
Die Erdkröte hat einen gedrungenen Körper mit einer warzigen Haut, die in gedeckten Braun-, Grau- oder Grüntönen gefärbt ist und gelegentlich dunkle Flecken aufweist. Ein markantes Merkmal ist das goldene Auge mit einer waagrechten Pupille und einer leuchtend rot-goldenen Iris, welches sie von der ähnlich gemusterten Wechselkröte unterscheidet, Weibchen erreichen eine Größe von bis zu 13 Zentimeter, während Männchen mit bis zu neun Zentimeter deutlich kleiner bleiben.
Lebensweise und Fortpflanzung
Erdkröten legen oft mehrere Kilometer zwischen ihren Laichgewässern, Sommer- und Winterlebensräumen zurück. Sie gelten als „Explosivlaicher“, das heißt, sie treffen sich in großen Gruppen treffen und geben ihren Laich innerhalb weniger Tage ins Wasser ab. Die Männchen klammern sich oft schon während der Wanderung an die Weibchen und lassen sich zum Gewässer tragen. Der Laich wird in zwei bis fünf Meter langen Schnüren mit zwei bis vier Reihen um Wasserpflanzen gewickelt. Erdkröten können zehn bis 15 Jahre alt werden.
Lebensraum
Die Erdkröte ist sehr anpassungsfähig und besiedelt verschiedene Lebensraumtypen unterhalb von 2.000 Höhenmetern, darunter Misch- und Laubwälder, Gärten, Grünland sowie Auwälder. Als Laichgewässer bevorzugt sie größere und tiefere Gewässer wie Seen, Weiher und Teiche, die reich an Strukturen sind.
![]() |
![]() |
![]() |
||
| Foto: Amphibien wie die Erdkröte halten Winterstarre. © H. Kurz | Foto: Erdkröten wandern im März zu ihren Laichgewässern. © H. Kurz | Foto: Amphibienschutzzäune retten vielen Erdkröten das Leben. © H. Kurz |
Wie kann die Erdkröte geschützt werden?
Obwohl die Erdkröte häufig vorkommt, wird sie in der Roten Liste bereits in der Vorwarnstufe geführt. Zu den Hauptbedrohungen zählen der Verlust von Laichgewässern, die Verschmutzung durch Pestizide und Düngemittel sowie die Zerschneidung der Landschaft durch Straßen. Da sie besonders durch den Straßenverkehr gefährdet ist, gilt sie als Symbolart für den Amphibienschutz an Verkehrswegen.
Wichtige Maßnahmen sind der Erhalt vernetzter Lebensräume, die Installation von Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen sowie das Unterlassen von Störungen oder dem Sammeln der Tiere. Um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, sollten unter anderem Gummistiefel beim Wechsel zwischen Gebieten gründlich gereinigt, getrocknet oder desinfiziert werden.
Wussten Sie, …
dass die speziellen Bitterstoffe in der Haut der Erdkröten und sogar ihrer Larven (Kaulquappen) so effektiv sind, dass sie die Tiere vor vielen Beutegreifern schützen? Dieser Schutz ist so stark, dass Erdkröten als eine der wenigen Amphibienarten erfolgreich in Fischteichen überleben können, da die Fische sie aufgrund des unangenehmen Geschmacks meist meiden.
Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.
Erdkröte - Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund
Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum
Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.
Ein wesentlicher Bestandteil ist die digitale Vernetzung in Form einer Weiterführung der im Jahr 2023 aufgebauten Froschklaubbörse.
Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.
|
|
|
04.02.2026