Nachwuchs für den Klapperstorch

© Robert Gattringer

Der Weißstorch gilt als Glücksbringer, Frühlingsbote und Überbringer von Babys. In Oberösterreich ist der große Schreitvogel mit den roten Stelzbeinen und dem langem Schnabel ein seltener Brutvogel: Im Vorjahr haben nur noch fünf Paare in Oberösterreich gebrütet, sieben Jungstörche sind flügge geworden. Vor allem der Verlust an geeigneten Lebensräumen wie nahrungsreiche Feuchtwiesen machen Meister Adebar zu schaffen.

In Saxen sind Anfang Mai die ersten vier Storchenjungen in diesem Jahr geschlüpft, so der oberösterreichische Storchenbeauftragte Robert Gattringer von der Naturschutzbund-Regionalgruppe Machland. Auch in Bad Leonfelden, Haslach und Grein wird noch gebrütet.

Im Gegensatz zu seinem scheuen Verwandten, dem Schwarzstorch, hat sich der Weißstorch den Menschen eng angeschlossen und ist ein typischer Kulturfolger. Seine imposanten, oft mehrere hunderte Kilogramm schwere Horste finden sich meist auf Schornsteinen, Hausdächern und Masten. Oft haben Naturschützer zuvor wagenradgroße Horst-Plattformen an passenden Stellen angebracht, um Meister Adebar die Nistplatzsuche nach der Rückkehr aus den afrikanischen Winterquartieren zu erleichtern. Dem Brutplatz bleibt ein Storchenpaar zumeist jahrelang treu, so Robert Gattringer vom Naturschutzbund.

Auf dem Speiseplan stehen Mäuse, Regenwürmer, große Insekten, Amphibien und Reptilien, welche der Weißstorch auf landwirtschaftlich genutztem Grünland und an Stillgewässern findet. Besonders wichtig sind extensiv genutzte Feuchtwiesen und artenreiche Blumenwiesen, nur dort kann er ausreichend Nahrung für sich und seine Nachkommen finden. Ein ausgewachsener Storch benötigt etwa 600 Gramm Nahrung pro Tag, dies entspricht ungefähr 16 Mäuse oder 600 Regenwürmer. Der tägliche Nahrungsbedarf einer ganzen Storchenfamilie liegt bei etwa 4,5 Kilogramm. Umso wichtiger ist es, dass sich die Elterntiere in der direkter Umgebung des Nestes auf Nahrungssuche begeben können.

Meister Adebar zu schützen bedeutet seinen Lebensraum zu erhalten. Nur wo es noch Feuchtwiesen und Blumenwiesen, Gewässeraltarme und Teiche gibt, haben der Weißstorch und mit ihm zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten eine Chance. Der Naturschutzbund ruft daher zum Erhalt und Neuanlage dieser typischen Storchenlebensräume auf, damit auch in Zukunft junge Weißstörchen in Oberösterreich schlüpfen und flügge werden.

 

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