Wird das Biologiezentrum in Linz „ausgehungert“?

© Josef Limberger

Die Meldungen, dass es im Biologiezentrum in Linz keine Ausstellungen mehr geben wird, dass die international bedeutende Zeitschrift „Linzer biologische Beiträge“ (rangiert auf einem weltweiten Ranking auf Platz 4 die Anzahl der jährlich neu beschriebenen Arten betreffend) vorläufig nicht mehr gedruckt wird, dass derzeit keine Posten nachbesetzt werden, dass es zumindest heuer keine Naturvermittlung mehr geben wird, nimmt der Naturschutzbund Oberösterreich entsetzt zur Kenntnis. Es hat den Anschein, dass ein national und international bedeutendes Museum „ausgehungert“ werden soll, und das in einer Zeit, in der Naturvermittlung und Erforschung der belebten Umwelt wichtiger sind denn je.

Mit Auslagerung des Oberösterreichischen Landesmuseums in eine Landes-Kultur GmbH unter neuem Direktor sehen viele Akteure und WissenschaftlerInnen im In- und Ausland das Museum in Gefahr. Wir appellieren aus diesen Gründen an Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer und an Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Manfred Haimbuchner, welcher auch Naturschutzlandesrat ist, sowie an alle PolitikerInnen im Oberösterreichischen Landtag eine Demontage zu unterbinden. Oberösterreich würde damit nicht nur eine weltweit bedeutende Sammlung dem Untergang weihen, es würde auch ein Institut, welches seit 1833 besteht und den Ruf Oberösterreichs in der ganzen Welt positiv beeinflusst, verloren gehen. In Zeiten der schwindenden Biodiversität und des schwindenden Fachwissens ist das Biologiezentrum als Bildungsstätte und Drehpunkt des Wissens unverzichtbar. Daher appellieren wir an die Verantwortlichen in der Politik, diesen Missstand zu stoppen und diese wichtige Institution zu bewahren und weiter zu entwickeln!

Eine hochwertige Ausstellung, die wie gewohnt mit großem Engagement fast fertig gestellt und laut unseren Informationen über 50.000.- Euro gekostet hat, nun vor der Eröffnung wieder abbauen zu lassen, stellt einen Schlag ins Gesicht aller maßgeblich daran Beteiligten dar. Unseres Wissens gab es in den letzten Jahren keinerlei feuerpolizeiliche Bedenken in dieser Hinsicht, obwohl es regelmäßige Kontrollen gab. Wenn die Beteuerungen des neuen Leiters, diese Ausstellungen in Zukunft im neuen Schlossmuseum zu präsentieren (wie am 10.6.2020 in den OÖ Nachrichten zu lesen), stimmen, dann sollte dies baldmöglichst passieren, um solche Äußerungen auch durch Handlungen zu unterstreichen.

Die Überlegungen, wissenschaftliche Schriften nur noch in digitaler Form zu präsentieren, entsprechen unserem Zeitgeist, demontieren sich aber von selbst. Solche hochwertigen Schriften haben es verdient, in bedeutenden Bibliotheken und Sammlungen ihren Platz zu haben. Digitale Sicherungen können unserer Meinung nach nur als archivierende Form gesehen werden. Hochwertige Publikationen in Form von Büchern als Nachschlagewerke ersetzt es keinesfalls.

 

 

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