Osterfeuer – damit Brauchtum nicht zur tödlichen Falle wird

Foto: Asthaufen für Brauchtumsfeuer; © H. Kurz

Naturschutztipp des Naturschutzbundes Oberösterreich: Vor dem Entzünden des Osterfeuers gibt es Einiges zu beachten!

Bald lodern sie wieder überall im Land, die beliebten Osterfeuer. So schön sie auch sind, sie bergen auch Gefahren für die Natur. Denn vielerorts wird das Brennmaterial schon längere Zeit zuvor aufgeschichtet. Viele Tiere wie zum Beispiel Igel, Erdkröte, Schlingnatter und Blindschleiche nutzen die vorbereiteten Ast- und Reisighaufen als Unterschlupf, einige Vogelarten brüten gerne darin. Der Naturschutzbund gibt Tipps, damit beim Osterfeuer keine Wildtiere zu Schaden kommen.

„In unserer ausgeräumten Landschaft sind Totholzhaufen attraktive und wichtige Lebensräume für verschiedenste Tiere wie Insekten-, Reptilien- und Amphibienarten. Auch Vögel wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Zaunkönig sowie Säugetiere wie Igel und Mauswiesel nutzen diese als Nistplatz oder Rückzugsmöglichkeit“, erklärt Julia Kropfberger, Obfrau des Naturschutzbundes Oberösterreich.

Damit das Brauchtumsfeuer nicht zur Todesfalle für Kleintiere wird, müssen einige Dinge bedacht werden: Äste und Schnittholz sollten erst kurz vor dem Abbrennen - in einem entsprechenden Abstand zum Wald und unter Berücksichtigung der geltenden Brandschutzverordnungen - aufgeschichtet werden. So können die Kleintiere die Feuerstelle nicht als Wohnstätte besetzen.

Ältere Haufen erst gar nicht anrühren!

Sollte der Holz- und Reisigstapel schon vor längerer Zeit angelegt worden sein und darin beispielsweise Singvögel brüten, darf er gemäß Naturschutzgesetz nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden, da es sich dabei um eine Fortpflanzungs- oder Ruhestätte geschützter Tiere handelt. Will man trotzdem nicht auf das traditionelle Feuer verzichten und es sind augenscheinlich keine Tiere oder deren Nester zu sehen, sollte das aufgehäufte Material am Tag des Anzündens vorher trotzdem unbedingt vorsichtig umschichten werden. So bekommen Tiere, die sicher verborgen gehalten haben, die Möglichkeit, sich noch rechtzeitig in Sicherheit zu bringen.

Naturschutzbund-Tipp: Ein Stück Natur in den Garten bringen

Reisig, Schnittholz und Äste lassen sich hervorragend einsetzen, um im Garten Strukturen und dadurch wichtigen Lebensraum und Unterschlupf für Vögel und Kleintiere zu schaffen, so der Naturschutzbund. Ein Reisighaufen, der von Brombeeren oder Wildrosen überwuchert wird, ein Holzstoß in einem dichten Gebüsch aus heimischen Sträuchern wie Holunder und Weißdorn oder eine Totholz-Skulptur in einem gut besonnten Bereich bringen mit geringem Aufwand ein Stück Natur zurück in den Garten.

   
Fotos: Igel; © J. Kropfberger   Zaunkönig bei der Fütterung; © J. Limberger   Schlingnatter, auch Glattnatter genannt; © J. Limberger

31.03.2026

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