Erdkröte (Bufo bufo); © H. Kurz

Interreg Bayern-Österreich Projekt: Amphibienschutz LINKED

Projektgebiete: Oberösterreich, Tirol, Salzburg und Bayern

Projektpartner: Bund Naturschutz Bayern, Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Salzburg und Naturschutzbund Österreich

Projektzeitraum: 01.10.2025 bis 10.09.2028

Ziel: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Amphibien gehören weltweit zu den am stärksten gefährdeten Tiergruppen. Für den Schutz heimischer Amphibien sind die Reduzierung von Mortalität und Gefährdungsursachen, die Förderung der Fortpflanzung und die Verbesserung der Lebensräume maßgeblich. Das Projekt von BUND Naturschutz in Bayern e.V., Naturschutzbund (NB) Österreich sowie NB Salzburg und NB Oberösterreich stellt sich im Zeitraum von 01.10.2025 bis 10.09.2028 in Bayern, Tirol, Salzburg und Oberösterreich den gemeinsamen Herausforderungen im Amphibienschutz im Interreg-Raum Bayern und Österreich. Die enge Zusammenarbeit zwischen den Regionen ermöglicht es, voneinander zu lernen und gemeinsam regional angepasste Lösungen zu entwickeln. Der Austausch von „best practice“ trägt ebenfalls zur Steigerung der Effizienz der Schutzmaßnahmen bei.

Ein zentrales Ziel ist die Erstellung grenzübergreifender Leitfäden und Maßnahmenblätter zu zentralen Amphibienschutzthemen, um eine nachhaltige Verbesserung der üblichen Methoden und Maßnahmenansätze zu erreichen. Der Leitfaden „Amphibienschutz an Straßen“ wird in engem Austausch von Expert:innen und Akteur:innen aus Österreich und Bayern entwickelt, um die besten Maßnahmen sowohl für mobile Amphibienschutzzäune (ASZ) als auch für permanente Amphibienleitsysteme (ALS) in den unterschiedlichen Gebieten des (Vor-)Alpenraumes zu formulieren. Insbesondere sollen Lösungen für die vielfach bestehenden Defizite an ALS erarbeitet werden.
Für die Optimierung des Schutzes an ASZ soll eine App für ehrenamtliche Helfer:innen entstehen, damit die bei der Zaunkontrolle gefundenen Tiere sofort online bestimmt und erfasst werden können (Ende der Zettelwirtschaft). Dank der digitalen Eingabe können die Naturschutzverbände die Auswirkungen des Witterungsgeschehens auf die Wanderungen analysieren, die Vernetzung zwischen den Ehrenamtlichen stärken und Grundlagendaten für zukünftige Planungen von ALS erheben.

Ein weiteres Ziel ist die Ausarbeitung zweier Maßnahmenblätter.
Das erste behandelt die Fallenwirkung von Weiderosten, die oftmals zu einer hohen Zahl verunglückter Amphibien (darunter streng geschützte Arten) führt. Auf Grundlage einer bestehenden Studie aus Tirol werden pilothaft in Bayern und Tirol Weideroste amphibiensicher aufgerüstet. Die dabei gewonnenen Erfahrungen werden mit umfangreichem Fachwissen abgeglichen und dienen als Grundlage für das Maßnahmenblatt „Amphibiensichere Weideroste“.
Das zweite Maßnahmenblatt orientiert sich an einem bestehenden Leitfaden für die amphibienfreundliche Bewirtschaftung von Speicherteichen in Skigebieten in Tirol, der einem Praxischeck unterzogen und optimiert wird. Das Management der Teiche führt mitunter zu Massensterben von Amphibien. Im Projekt wird in Bayern, Salzburg und Oberösterreich der Austausch mit Betreiberinnen von Skigebieten mit Speicherteichen gesucht, die Maßnahmen werden diskutiert. Der überarbeitete Leitfaden wird den Skigebietsbetreiber:innen helfen, die Bewirtschaftung der Teiche amphibienfreundlicher zu gestalten.

Wissensvermittlung spielt eine Schlüsselrolle in diesem Projekt. Exkursionen im gesamten Interreg-Raum sowie gemeinsame Informationsevents sollen Artenkenntnis, Wissen und Bewusstsein für Amphibien in der Bevölkerung steigern. Diese Aktivitäten regen dazu an, sich aktiv am Amphibienschutz zu beteiligen. Darüber hinaus wird durch die Erweiterung und Bewerbung der Citizen-Science-Plattformen www.naturbeobachtung.at und observation.org die Datenlage zum Vorkommen von Amphibien und deren Wanderungen durch gezielte Melde-Aufrufe und Gewinnung von Citizen Scientists verbessert. Der grenzüberschreitende Austausch von Daten und Informationen trägt zur Verbesserung der Datenlage und damit auch des Amphibienschutzes in der gesamten Region bei.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Schutz der Amphibienlebensräume. Ziel ist es, die Renaturierung von Amphibienlaichgewässern zu optimieren. Dafür wird ein Leitfaden zur Optimierung von Renaturierungsmaßnahmen ausgearbeitet, der auf den bestehenden Praktiken in Tirol, Salzburg und Oberösterreich aufbaut und die Veränderungen der Habitate durch den Klimawandel berücksichtigt. Anhand von Pilotgewässern werden die Renaturierungsmaßnahmen erprobt, die Erfahrungen fließen in den Leitfaden ein. Die Basis bilden die jahrelange Expertise der Projektpartnerinnen sowie die Erfahrung externer Expertinnen.

Die Outputs des Projekts, wie die erweiterten Citizen-Science-Plattformen und die Leitfäden und Maßnahmenblätter, werden über die Projektlaufzeit hinaus positiv auf den Amphibienschutz wirken. Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit stärkt den Wissensaustausch zwischen den Akteuri:nnen und erleichtert die Umsetzung von Maßnahmen in verschiedenen Bereichen und dient als Unterstützung von Behörden, Straßenmeistereien und Umweltbüros. Darüber hinaus fördert das Projekt langfristig die Biodiversität in der Region und trägt dazu bei, dass Amphibienpopulationen in einer sich verändernden Umwelt erhalten bleiben.

Gesamtkosten Projekt

1.177.715,40 €

Gesamtkosten des Naturschutzbund Österreich und Oberösterreich

590.200,80 €

Nicht EU finanzierte Kosten
ÖNB und OÖNB

147.550,20 €

01.10.2025

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