AmphiLink – der Feuersalamander, das „Regenmännchen“ naturnaher Wälder

"Regenmännchen", wird der Feuersalamander umgangsprachlich auch genannt. © H. Kurz

AmphiLink – der Feuersalamander, das „Regenmännchen“ naturnaher Wälder

Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor – der Feuersalamander (Salamandra salamandra) punktet durch sein unverkennbares, individuelles Fleckenmuster, an welchem er sein Leben lang zu erkennen ist.

Aussehen

Der Feuersalamander ist kräftig gebaut und erreicht eine Größe von 14 bis 17 Zentimeter. Sein Erscheinungsbild ist durch eine glänzend-schwarze Haut mit gelben Flecken oder Mustern auf der Oberseite unverwechselbar. Weitere Merkmale sind der kreisrunde Schwanz beim erwachsenen Tier sowie große Ohrdrüsen. Im Gegensatz zum Alpensalamander, der gänzlich schwarz und kleiner ist, bleibt der Feuersalamander durch seine Färbung leicht zwischen Blättern im Wald zu entdecken. Die Larven lassen sich an auffälligen hellen Flecken an den Beinansätzen erkennen.

Lebensraum

Der typische Lebensraum des Feuersalamanders sind Laubmischwälder (insbesondere Buchenwälder) in mittleren Berglagen zwischen 300 und 1100 Metern Seehöhe. Für die Fortpflanzung benötigt er kühle (um zehn Grad Celsius), flache Gewässer oder Bäche mit hohem Sauerstoffgehalt als Laichgewässer. Ein gut vernetztes Angebot aus diesen Laichplätzen und geeigneten Landlebensräumen ist für sein Überleben essenziell.

Lebensweise und Fortpflanzung

Der Feuersalamander ist vorwiegend nachtaktiv und bevorzugt kühle Temperaturen zwischen 3 und 12 Grad Celsius sowie windarme Wetterlagen. Während die Larven hauptsächlich von März bis August zu finden sind, können erwachsene Salamander von März bis Oktober oder sogar bis in den Winter hinein gesichtet werden. Bei Gefahr wehrt sich der Feuersalamander mit einer milchigen Flüssigkeit, die er über die Haut abgibt.

Die Paarungszeit erstreckt sich von März bis Oktober und findet an Land statt. Die Weibchen setzen die fertig entwickelten Larven erst bis zu zwei Jahre nach der Paarung in Gewässern ab. Die Tiere können eine Lebenserwartung von 20 Jahren und mehr erreichen.

   
Foto: Jeder Feuersalamander hat ein anderes Fleckenmuster. © H. Kurz   Foto: Feuersalamander; © J. Kropfberger   Foto: Feuersalamander-Larve; © R. Jagersberger

Wie kann der Feuersalamander geschützt werden?

Der Feuersalamander wird in der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt. Sein Bestand ist durch verschiedene Faktoren gefährdet. Lebensraumverlust durch Bachregulierungen, Verschmutzung durch Pestizide und Düngemittel sowie die Zerschneidung der Landschaft, welche die Wanderkorridore unterbricht. Zudem fressen eingesetzte Fische die Larven in den Gewässern.

Wichtig sind Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen und die Vernetzung von Lebensräumen!

Amphibien dürfen nicht gestört, gefangen oder gesammelt werden! Um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern, sollten Gummistiefel beim Wechsel zwischen verschiedenen Gebieten gründlich gesäubert, desinfiziert oder vollständig getrocknet werden. In den letzten Jahren hat der Salamanderfresser-Pilz (Batrachochytrium salamandrivorans) kurz „Bsal“ genannt, für Aufsehen gesorgt. Ein Pilz, der die Haut von Amphibien, vor allem von Feuersalamandern befällt und innerhalb kurzer Zeit zum Tod des Tieres führt. Obwohl der Pilz in Österreich bisher nicht nachgewiesen wurde, besteht durch Nachweise in Deutschland hohe Alarmbereitschaft.

Wussten Sie, …

dass der Nachwuchs des Feuersalamanders nicht als Laich, sondern als Larven zur Welt kommt und „Larviparie“ bezeichnet wird? Innerhalb der heimischen Amphibienwelt ist das einmalig. Für die Geburt der zirka 30 Larven wählt das Weibchen einen klaren, kalten und sauerstoffreichen Bach im Wald aus.

Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.

Feuersalamander – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund

Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.

Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.

Nachlese:

Die Erdkröte

Der Grasfrosch

Der Teichmolch

29.04.2026

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