Naturschutztipp des Naturschutzbundes Oberösterreich
Auf ein Naturerlebnis der besonderen Art weist der Naturschutzbund Oberösterreich hin: Jetzt im Spätwinter kann man bei einem Abendspaziergang oft die schaurig-schönen Rufe einiger heimischer Eulenarten hören. Denn vor allem Waldkauz und Uhu beginnen sehr früh im Jahr mit der Fortpflanzung.
Trotz winterlichen Bedingungen ist die Balz, also das Liebeswerben von Waldkauz und Uhu, Ende Jänner, Anfang Februar bereits in vollem Gang: Ihre weithin hörbaren Rufe, welche einerseits dem Anlocken und Imponieren des Paarungspartners, andererseits der Revierabgrenzung dienen, kündigen trotz Schneeschauer und Temperaturen rund um den Gefrierpunkt den nahen Frühling an.
Sehr häufig sind die Rufe des Waldkauzes zu hören
Der 40 Zentimeter große Waldkauz – mit dunklen Augen, aber ohne Federohren von der etwas kleineren Waldohreule leicht zu unterscheiden – ist in Oberösterreich weit verbreitet. Er lebt sowohl im dichten Wald als auch mitten in der Stadt in Parkanlagen und Gärten. Das langgezogene „huuu-uu-uuuu“ des Männchens kennt man aus Grusel-Filmen und Krimis. Die kurzen „kuwitt“-Laute des Weibchens haben ihm den Ruf des Totenvogels eingebracht: Im Volksaberglauben als „Komm mit!“ gedeutet, glaubten die Menschen, die Eule rufe die armen Seelen sterbender Menschen herbei und verkündige so einen nahen Todesfall, so der Naturschutzbund Oberösterreich.
Etwas mehr Glück braucht man, um die markanten und weittragenden „buho“-Rufe des Uhus zu hören. Der eindrucksvolle Vogel mit auffallend langen Federohren ist mit einer Flügelspannweite von bis zu 1,70 Meter die größte Eule der Welt. Er nutzt gerne natürliche Felswände oder Steinbrüche mit Nischen als Brutplatz. Die ersten Uhus beginnen in Mitteleuropa bereits Ende Februar zu brüten. Freizeitsportler:innen sollten daher bei der Wahl der Kletterroute auf den unter Naturschutz stehenden Uhu Rücksicht nehmen.
Der Naturschutzbund übernimmt Verantwortung
Im Jahr 2012 hat der Naturschutzbund Oberösterreich die Trägerschaft der Greifvogel- und Eulenschutzstation OAW in Linz/Ebelsberg übernommen. Konsulent Reinhard Osterkorn und sein Team leisten hier seit vielen Jahren aktive und äußerst wertvolle Arbeit für den Natur- und Tierschutz.
Nicht immer benötigen Greifvögel und Eulen menschliche Hilfe, auch wenn es auf den ersten Blick so aussehen mag. Bitte erkundigen Sie sich vorher telefonisch bei einer fachkundigen Stelle ehe Sie selbst aktiv werden und ein Tier mitnehmen. Für den Fall, dass Sie ein Tier bereits mit zu sich nach Hause genommen haben, informieren Sie sich bitte über die entsprechende Versorgung und bringen Sie das Tier so rasch wie möglich in eine geeignete Einrichtung, wie zum Beispiel auf unsere Greifvogel- und Eulenschutzstation OAW.
27.01.2026