Rekorde der heimischen Natur: Der Springfrosch - Weitsprung-Meister

Springfrosch; © Julia Kropfberger

Rekordhalter des Monats März

Der Springfrosch (Rana dalmatina) macht seinem Namen alle Ehre: Mit seinen langen, kräftigen Hinterbeinen erreicht er beeindruckende Sprungweiten und ist somit ein Meister in der olympischen Disziplin des Weitsprungs. Der Naturschutzbund stellt den Rekordhalter unter den heimischen Amphibien im Monat März vor.

Der Springfrosch ist eine grazile, langgliedrige Froschlurchart mit einer spitzen Schnauze. Die Männchen erreichen selten eine Körperlänge von über 6,5 Zentimeter, die Weibchen bis 8 Zentimeter. Damit ist der Springfrosch kleiner und auch zierlicher gebaut als der häufigere Grasfrosch. Zudem ist seine Unterseite im Gegensatz zu der des Grasfrosches meist ungefleckt.

Oberseits ist der perfekt getarnte Springfrosch einheitlich falllaubfarben gefärbt. Und fliegt die Tarnung dennoch einmal auf, kann sich der Sprunggewaltige mit einem Satz von bis zu zwei Metern aus der Affäre ziehen. Das entspricht in etwa dem 25-fachen seiner Körperlänge. In der Höhe schafft er stattliche 75 Zentimeter. Ein 1,80 Meter großer Mensch müsste im Verhältnis dazu aus dem Stand 17 Meter hoch und 45 Meter weit springen!

Lebensraum des wärmeliebenden und recht trockenheitstoleranten Springfroschs sind lichte und krautreiche Laub- und Laubmischwälder mit Alt- und Totholz sowie Waldränder. Als Laichhabitat bevorzugt das Amphib fischfreie, stehende Gewässer unterschiedlicher Größe. Pfützen, Tümpel und Wassergräben werden genauso zur Eiablage genutzt wie kleine Teiche, Weiher und Altarme. Im Frühjahr ist der Springfrosch einer der Ersten am Laichgewässer. Paarungszeit ist von März bis April.

Wichtig für die Förderung des sowohl nach dem OÖ. Naturschutzgesetz als auch nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL) geschützten Waldbewohners ist der Erhalt seines Lebensraumes durch eine naturnahe Waldbewirtschaftung. Leider fallen viele Springfrösche bei den alljährlichen Laichwanderungen im Frühling dem Straßenverkehr zum Opfer. Amphibienschutzzäune oder andere Amphibienschutzmaßnahmen an Straßen können zumindest punktuell Abhilfe schaffen.

Springfrosch in seinem typischen Lebensraum, einem lichten, strukturreichen Laubwald. Foto © J. Kropfberger

Kleiner, fischfreier Waldteich als für den Springfrosch gut geeignetes  Laichgewässer. Foto © J. Kropfberger

Die Laichballen des Springfrosches werden an Ästen oder ähnlichen Strukturen abgelegt und wirken daher wie aufgespießt. Foto © I. Engl

Sie haben einen Springforsch beobachtet? Dann melden Sie diesen oder andere Tier- und Pflanzenarten bitte auf der Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at

Steckbrief Springfrosch auf Naturbeobachtung.at

Frosch & Co: Bestimmungshilfe für heimische Amphibien

Schneller, höher, weiter, spektakulärer

Im Jahr 2022 stellt der Naturschutzbund in der Artikelserie „Rekorde der heimischen Natur“ monatlich beeindruckende Höchstleistungen der Tier- und Pflanzenwelt Oberösterreichs vor und will so auf die beeindruckende Artenvielfalt unseres Landes aufmerksam machen.

Lesen Sie zu den Rekordhalter der heimischen Natur:

Monat Jänner: Den Wanderfalken

Monat Februar: Der Zitronenfalter

 

 

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