Der Grasfrosch – Amphibien-Artikel im Rahmen des Interreg-Projektes Amphibienschutz LINKED

Foto: Geretteter Grasfrosch (Rana temporaria); © G. Peterseil

Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor – der Grasfrosch (Rana temporaria) ist neben der Erdkröte die am weitesten verbreitete Amphibienart in Österreich und besiedelt praktisch alle Landesteile Oberösterreichs bis ins Hochgebirge.

Aussehen

Der Grasfrosch ist der größte und kräftigste der drei in Österreich vorkommenden „Braunfrösche“. Er erreicht eine Körpergröße von etwa 6,5 bis 9,0 Zentimeter, wobei Weibchen etwas größer werden als Männchen. Seine Färbung ist sehr variabel. Meist ist der Rücken braun oder grau mit dunklen Flecken, während der Bauch gelblich oder grau gefleckt ist. Zu den Erkennungsmerkmalen gehören eine stumpfe Schnauze und ein im Vergleich zum Springfrosch größerer Abstand zwischen Auge und Trommelfell. Er hat eine Lebenserwartung von sieben bis acht, selten bis zu zehn Jahren.

Lebensraum

Er kommt in Österreich fast flächendeckend vor, mit Ausnahme des östlichsten Teils. Diese sind sehr vielfältig und umfassen offene Landschaften wie Feuchtwiesen, Äcker und Gärten sowie strukturreiche Laub-Mischwälder und Sümpfe. Im Sommer bevorzugt er kühle, schattige Bereiche und ist vorwiegend nachts aktiv.

Lebensweise und Fortpflanzung

Die Wanderung zu den Laichgewässern beginnt oft schon ab Mitte/Ende Februar bei feuchter Witterung und Temperaturen ab fünf Grad Celcius. Als sogenannte „Explosivlaicher“ (wie auch die Erdkröte) geben sie ihren Laich innerhalb eines kurzen Zeitraumes meist nachts in großen Gruppen in stehenden oder langsam fließenden Gewässern ab. Es entstehen große Laichballen, die oft großflächige Teppiche an der Wasseroberfläche bilden.

Die Kaulquappen wachsen bis zu einer Größe von 46 Millimeter heran. Während die Frösche von Februar bis etwa November aktiv sind, findet man den Laich hauptsächlich von Februar bis April und die Larven von April bis Juli. Im Oktober und November suchen die Tiere ihre Winterquartiere an Land oder am Boden von Gewässern auf und halten bis zum Frühjahr Winterstarre.

   
Foto: Der Grasfrosch mit gefleckter Bauchunterseite. © J. Limberger   Foto: Laichballen an besonnten Flachwasserbereichen. © OÖNB   Foto: Die Habitusfarbe kann sehr variabel sein. © J. Kropfberger

Wie kann der Grasfrosch geschützt werden?

Obwohl der Grasfrosch noch häufig vorkommt, wird er in der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt. Zu den Hauptgefährdungen zählen der Lebensraumverlust (Austrocknung, Grundwasserabsenkung), Verschmutzung durch Pestizide und Dünger, Fischbesatz (Fische fressen Laich und Larven) sowie Todesfallen wie der Straßenverkehr oder Mäharbeiten. Auch Krankheiten wie der Ranavirus oder der Chytridpilz sind eine Bedrohung. Schutzmaßnahmen im Siedlungsbereich sind beispielsweise das Abdecken und Einzäunen von Schächten, um die Tiere vor dem Absturz zu bewahren.

Wichtig sind ein ausreichendes Angebot an Laichgewässern, Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen sowie das Vermeiden von Störungen. Zudem wird empfohlen, Gummistiefel beim Besuch verschiedener Gebiete zu desinfizieren, um die Verbreitung von Krankheiten zu verhindern.

Wussten Sie, …

dass die Männchen einiger Amphibienarten, so auch beim Grasfrosch, sehr muskulöse Arme und an den inneren Fingern dunkelbraune bis schwarze Brunftschwielen besitzen, mit denen sie im „Amplexus“ (Umklammern der Weibchen durch die Männchen) ihren Paarungspartner fest in der Achselgegend umgreifen?

Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.

Grasfrosch – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund

Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.

Ein wesentlicher Bestandteil ist die digitale Vernetzung in Form einer Weiterführung der im Jahr 2023 aufgebauten Froschklaubbörse.

Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.

25.02.2026

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