Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor: Die Wechselkröte (Bufotes viridis) hüllt sich in ein Tarnmuster, große grüne Flecken befinden sich auf dem hellen Körper und machen sie unverwechselbar.
Aussehen
Die Wechselkröte besitzt eine waagrechte Pupille. Bei den Weibchen sind die Warzen an den Flanken oft rötlich gefärbt und sie erreichen eine Körperlänge von bis zu zehn Zentimeter, während Männchen deutlich kleiner sind. Obwohl sie eine ähnliche Statur wie die Erdkröte hat, ist die Wechselkröte durch ihr spezifisches Fleckenmuster eindeutig von dieser zu unterscheiden.
Lebensraum
Die Wechselkröte ist eine Pionierart, die als ursprüngliche Steppenbewohnerin auch trockene und karge Flächen besiedelt. Ihr Verbreitungsschwerpunkt im Bundesland liegt im oberösterreichischen Zentralraum. Als wärmeliebende Art bevorzugt sie vor allem vegetationsarme, sonnige Lebensräume, in denen sich zeitweise flache, temporäre Gewässer bilden - meist bis zu einer Seehöhe von zirka 400 Metern.
Da ihre natürlichen Habitate selten geworden sind, nutzt sie vom Menschen geschaffene Sekundärlebensräume wie Tümpel in Abbaugebieten (Sand-, Kies- oder Schottergruben), Regenrückhaltebecken, Garten- und Schwimmteiche oder Brachen und Ruderalflächen mit Pfützen. In Linz beispielsweise kommt sie im Osten der Stadt im Industriegebiet vor. Dieses Vorkommen unterstützt der Naturschutzbund seit Jahrzehnten durch die Anlage von Laichgewässern.
Lebensweise und Fortpflanzung
Die Tiere sind vorwiegend in der Nacht und Dämmerung aktiv. Tagsüber verstecken sie sich unter Steinen, Holzhaufen oder in selbst gegrabenen Erdröhren. Sie vertragen ein gewisses Maß an Trockenheit sowie Salzgehalt im Wasser. Zur Paarungszeit lassen die Männchen mithilfe ihrer Schallblase einen sehr melodischen, trillernden Ruf hören. Die Fortpflanzung findet bevorzugt in warmen Gewässern statt. Dabei werden drei bis vier Meter lange, zweireihige Laichschnüre meist im flachen Wasser abgelegt. Kröten, Laich und Kaulquappen sind etwa von April bis Juli zu beobachten. Das adulte Amphib kann bis zu zehn Jahre alt werden.
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Bei den Weibchen sind die Warzen an den Flanken oft rötlich gefärbt. © E. Csarmann |
Große grüne Flecken befinden sich auf ihrem hellen Körper und machen sie unverwechselbar © Lukas Fuxjäger |
10.000 Eier kann ein Weibchen im Jahr legen und somit gegebenenfalls Verluste aus einem anderen Jahr ausgleichen. © S. Wanzenböck |
Wie kann die Wechselkröte geschützt werden?
Die Wechselkröte wird auf der Roten Liste als „Gefährdet“ eingestuft. Zu den Hauptbedrohungen gehören der Verlust von Laichgewässern, die Verschmutzung der Umwelt durch Pestizide und Düngemittel sowie die Zerschneidung der Landschaft, wodurch Wanderkorridore verloren gehen. Sie kann durch die Anlage von sonnigen, fischfreien Tümpeln ohne Bepflanzung, der Schaffung eines vernetzten Angebots an Gewässern und Landlebensräumen und der Errichtung von Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen unterstützt werden.
Amphibien dürfen nicht gestört, gesammelt oder gefangen werden. Um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden, sollten Gummistiefel beim Besuch unterschiedlicher Gebiete gründlich gesäubert, desinfiziert oder vollständig getrocknet werden.
Wussten Sie, …
dass das Tarnkleid der Wechselkröte noch eine weitere Besonderheit verbirgt? Abhängig von verschiedenen Faktoren wie dem Licht ändert das Tier ihre Farbe. Innerhalb kürzester Zeit kann sie heller oder dunkler werden und macht damit ihrem Namen alle Ehre.
Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.
Die Wechselkröte – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund
Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum
Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.
Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.
Kürzlich erschienener Artikel „Wasser marsch“ für die Wechselkröte.
Nachlese:
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05.07.2026