AmphiLink – die Gelbbauchunke, eine Pionierin unter den Amphibien

Bei Gefahr zeigt die Gelbbauchunke ihre warnfarbene Unterseite. © H. Kurz

Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor: Die Gelbbauchunke (Bombina variegata) vereint zwei Gegensätze: Tarnung und Warnung und ist vielerorts abhängig geworden von uns Menschen und den Spuren, die wir hinterlassen.

Aussehen

Die Gelbbauchunke erreicht eine Körpergröße von 3 bis 4,5 Zentimeter. Die Oberseite ist meist bräunlich-grau, sehr selten grün und oft mit dunklen Flecken versehen. Die schwarze Unterseite weist ein auffälliges Warnmuster mit vielen großen, gelben Flecken auf. Das Muster ist wie ein Fingerabdruck, an dem sich eine Gelbbauchunke noch nach Jahren wiedererkennen lässt. Einzigartig für die Gattung der Unken sind die herzförmigen Pupillen.

Lebensraum

Sie bevorzugen Offenland in Waldnähe mit einem Mosaik aus feuchten und trockenen Bereichen, sowie Auwälder, Ruderalflächen und sogar Truppenübungsplätze. Die Gelbbauchunke lebt meist zwischen 200 und 800 Meter, ausnahmsweise bis 1.900 Meter Seehöhe. Als Pionierart ist der kleine Froschlurch auf neu entstandene, sonnenexponierte und flache Laichgewässer angewiesen, wie Pfützen, Wildsuhlen oder wassergefüllte Traktorspuren.

Lebensweise und Fortpflanzung

Während der Paarungszeit lassen die Männchen einen typischen, melodischen „uh-uh“-Ruf hören. Das Weibchen legt die Eier in mehreren lockeren Ballen oftmals an Wasserpflanzen ab. Sie verteilt von April bis August durchschnittlich 75 bis 85 Eier auf mehrere Gewässer. Die Gelbbauchunke ist sehr standorttreu, solange ihre Laichgewässer geeignet bleiben. Ihre Lebenserwartung beträgt bis zu 19 Jahre.

   

Die Gelbbauchunke ist eine Pionierart und besiedelt vegetationslose stehende Gewässer, welche auch austrocknen können. © R. Jagersberger

 

Die warzige Oberfläche sorgt für eine perfekte Tarnung. © J. Kropfberger

 

Sie benötigt zur Eiablage kleine, von der Sonne beschienene Gewässer wie Pfützen oder wassergefüllte Fahrspuren. © J. Kropfberger

Wie kann die Gelbbauchunke geschützt werden?

Die Gelbbauchunke ist auf der Roten Liste als „gefährdet“ eingestuft. Hauptgefährdungsursachen sind der Verlust von Laichgewässern durch Landwirtschaft, Verschmutzung (Pestizide, Dünger) und die Zerschneidung der Landschaft, wodurch Wanderkorridore verloren gehen.

Wichtig sind die Neuanlage von sonnigen, fischfreien Tümpeln, die Vernetzung von Lebensräumen sowie Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen. Zudem wird empfohlen, Schuhe nach Gebietsbesuchen zu reinigen, um Pilzerkrankungen nicht zu verbreiten.

Wussten Sie, …

dass sich die Gelbbauchunke bei Bedrohung verbiegt und die sogenannte „Kahnstellung“ einnimmt? Indem sie den hinteren und vorderen Teil ihres Körpers nach oben und die Unterseite ihrer Arme und Beine nach außen biegt, wird die gelbe Warnfarbe sichtbar. Sie sagt damit: „Achtung, ich bin giftig!“

Haben Sie diesen Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.

Die Unken – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund

Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.

Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.

Nachlese:

Die Erdkröte

Der Grasfrosch

Der Teichmolch

Der Feuersalamander

21.05.2026

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