Seit einigen Jahren wird in Knierübl, der Gemeinde Luftenberg auf Initiative von Gabi Peterseil und in Zusammenarbeit mit der Mosaikschule Katsdorf ein Amphibienschutzzaun errichtet. Bei frühlingshaften Temperaturen kamen auch am 8. März 2026 wieder etliche fleißige Ehrenamtliche zum Hof des Landwirten Stefan Wall, der uns dankenswerterweise bereits eine Furche mit einer Maschine, zum Einarbeiten des Amphibienschutzzauns, gegraben hat.
Schutzzäune für Amphibien verhindern Schlimmeres!
Jedes Jahr um diese Zeit wandern dort hunderte Amphibien, vor allem Erdkröten, Gras- und Springfrösche sowie Teichmolche aus dem Wald zum naheliegenden Teich über eine stark befahrene Straße. Damit die geschützten Tiere sicher das Gewässer zum Ablaichen erreichen, wandern sie entlang des Zaunes und fallen in eingegrabene Kübel. Ein- bis zweimal täglich werden die Amphibien gezählt, nach Art und Geschlecht bestimmt und danach mit dem „Krötentaxi“ zum Teich gebracht.
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| Foto: Obfrau des OÖNB erklärt worauf es ankommt. © H. Kurz | Foto: Ein 400 Meter langer Zaun wird aufgebaut. © H. Kurz | Foto: Junge und ältere Amphibienfreunde helfen zusammen. © H. Kurz |
Bereits am nächsten Tag fanden sich 22 Erdkröten-Paare, 129 männliche Erdkröten, drei weibliche Erdkröten, zwei weibliche Grasfrösche, zwei männliche Grasfrösche sowie ein Springfrosch-Männchen in den Kübeln. Es schien so, als ob die Tiere auf eine sichere Überquerung der stark befahrenen Straße gewartet hätten!
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| Foto: Geschafft, der Amphibienschutzzaun steht! © H. Kurz | Foto: Gerettetes Grasfrosch-Pärchen; Männchen oben. © P. Pimingsdorfer | Foto: Teichmolch-Pärchen, Weibchen im Vordergrund; © P. Pimingsdorfer |
Naturschutzbund plädiert zu Tempo 30 für Kröten und Frösche!
Das Aufstellen von Amphibienschutzzäunen ist ein wirksames Mittel, doch können damit nicht alle betroffenen Strecken erfasst werden. Der Naturschutzbund appelliert daher an alle Autofahrer in den kommenden Wochen, besonders in der Umgebung von Teichen, mit erhöhter Aufmerksamkeit zu fahren, um Erdkröten und andere Amphibien nicht sinnlos zu töten.
Die Laichwanderungen finden vor allem nachts ab dem Beginn der Dämmerung bis etwa ein, zwei Uhr früh statt. Bis etwa Ende April muss man mit den Hochzeitsreisenden auf den Straßen rechnen. Der Naturschutzbund bittet auch von Amphibien stark frequentierte Straßenabschnitte in Oberösterreich zu melden. Viele ungeschützte Amphibien-Wanderstrecken sind noch nicht erfasst. Es werden auch Personen gesucht, welche beim Auf- und Abbau der Amphibienschutzzäunen sowie beim Kontrollieren mithelfen wollen.
Die Froschklaub-Börse vom Naturschutzbund ist zentrale Drehscheibe für den landesweiten Amphibienschutz entlang von Straßenabschnitten in Österreich. In einer digitalen Karte sind bekannte und betreute Wanderstrecken hinterlegt und werden fortlaufend aktualisiert. Mit einem Klick kann man sich zur Mitarbeit anmelden.
Froschbeobachtungen teilen
Der Naturschutzbund bittet alle Naturliebhaber:innen, Amphibien-Beobachtungen mit Fotos von möglichst vielen Lebewesen auf www.naturbeobachtung.at zu teilen! Die Citizen Science-Plattform des Naturschutzbundes hat die Aufgabe, Vorkommen und Verbreitung von Tieren und Pflanzen zu dokumentieren.
Der Sinn dahinter: www.naturbeobachtung.at ist die Basis für wissenschaftlich fundierten Naturschutz, denn Expert:innen prüfen jede einzelne Sichtung und gewährleisten somit höchste Qualität. Dadurch können maßgeschneiderte Maßnahmen zum Erhalt und Schutz der Arten in die Wege geleitet werden.
Die Amphibienschutzmaßnahmen des Naturschutzbundes Oberösterreichs an Straßen werden im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ gefördert und unterstützt.
Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor.
Nachlese:
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15.03.2026