AmphiLink – der Alpensalamander ist der Bergsteiger unter den Amphibien und Lurch des Jahres 2026
Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor: Der Alpensalamander (Salamandra atra) kommt im Gebirge vor und hat sich an die karge Landschaft, reißende Bäche und lange, kalte Winter angepasst, seine „Metamorphose“ findet im Mutterleib statt.
Aussehen
Der Alpensalamander ist ein charakteristischer Lurch mit einer glänzenden, lack-schwarzen Haut und einer bleigrauen Bauchseite. Im Vergleich zum Feuersalamander ist er zierlicher gebaut. Sein Körper weist markante Rippenfurchen auf, die vom Rumpf bis zum Schwanz verlaufen. Zudem besitzt er große Ohrdrüsen und paarige Drüsenreihen entlang des Rückens. Während Weibchen eine Körperlänge von bis zu 15 Zentimeter erreichen können, werden Männchen bis zu 13 Zentimeter groß.
Lebensraum
Dieser Lurch ist perfekt an die kalten und harschen Bedingungen des Alpenraums angepasst und kommt in Höhenlagen zwischen 600 und 2.500 Meter vor, meist jedoch über 1.200 Meter. Er besiedelt feuchte Laub- und Mischwälder sowie strukturreiche Nadelwälder. Da er sehr widerstandsfähig ist, lebt er auch oberhalb der Baumgrenze in Zwergstrauchheiden, auf Almwiesen und in Geröllhalden. Sein Lebensraum beginnt oft dort, wo es dem Feuersalamander zu hoch wird.
Lebensweise und Fortpflanzung
Der Alpensalamander ist vorwiegend nachts aktiv, insbesondere wenn die Luftfeuchtigkeit über 90 Prozent liegt und die Temperaturen zwischen acht und 15 Grad Celsius betragen. Aus Drüsen stammende Sekrete bewahren seine Haut vor Erkrankungen und schrecken dank der enthaltenen Gifte Fressfeinde ab. Die Lebenserwartung der Tiere liegt bei bis zu 15 Jahren. Eine Besonderheit ist die völlige Unabhängigkeit vom Wasser; die Paarung findet an Land statt. Der Alpensalamander ist lebendgebärend. Die Larven durchlaufen ihre gesamte Entwicklung inklusive Metamorphose im Mutterleib, wo sie sich von speziellen Nähreiern ernähren. Nach einer Tragzeit von zwei bis vier Jahren (abhängig von der Höhenlage) werden vollständig entwickelte Jungtiere geboren. Da dieser Zyklus nur alle drei bis fünf Jahre stattfindet, ist die Fortpflanzungsrate gering. Die Geschlechtsreife wird nach drei bis vier Jahren erreicht.
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Sommerregen locken die Alpensalamander aus ihrem Versteck. © H. Kurz |
Alpensalamander kommen im Gebirge, in karger Landschaft vor. © OÖNB |
Alpensalamander werden bis zu 15 Jahre alt. © W. Schruf |
Wie kann der Alpensalamander geschützt werden?
In der Roten Liste wird der Alpensalamander aktuell auf der Vorwarnstufe geführt. Zu den Hauptbedrohungen zählen die Ausbreitung von Pilzerkrankungen, intensive Forstwirtschaft, die Zerschneidung seines Lebensraums und der zunehmende Verkehr. Er kann durch die Anlage eines Ausreichenden, gut vernetztes Angebot an Landlebensräumen mit geeignetem Kleinklima unterstützt werden.
Amphibien dürfen nicht gestört, gesammelt oder gefangen werden. Um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden, sollten Gummistiefel beim Besuch unterschiedlicher Gebiete gründlich gesäubert, desinfiziert oder vollständig getrocknet werden.
Wussten Sie, …
dass der Alpensalamander lebendgebärend ist? Nach der Paarung im Juli kann die Tragzeit bis zu zwei Jahre betragen. Die Jungen, welche lebend zur Welt (Viviparie) kommen und in der Regel zu zweit geboren werden, sind etwa vier Zentimeter lang und vollkommen fertig entwickelt.
Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.
Der Alpensalamander – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund
Nachlese:
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26.07.2026