AmphiLink – der Europäische Laubfrosch, der Winzling unter den heimischen Fröschen

Die große Schallblase des männlichen Laubfrosches; © J. Limberger

Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor: Der Europäische Laubfrosch (Hyla arborea) ist unser kleinster Frosch und will dennoch hoch hinaus: Als einziger Kletterer erobert er Bäume und Stäucher sowie Stauden, Schilf und Rohrkolben.

Aussehen

Der Europäische Laubfrosch ist mit einer Körpergröße von 3,5 bis 5 Zentimeter ein eher kleinerer Frosch. Unverwechselbar machen ihn seine glatte, meist glänzende Haut in Kombination mit den Haftscheiben an den Enden der auffallend langen Finger und Zehen sowie die dunklen Seitenstreifen, die seitlich von der Nase bis zur Hüfte verlaufen. Seine typische grüne Färbung kann sich je nach Stimmung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit auch gelblich, bräunlich oder gräulich verändern. Die Männchen besitzen zudem eine große, mittige Schallblase an der Kehle.

Lebensraum

Der Sonnenanbeter bevorzugt offene Landschaften mit besonnten, stehenden Gewässern. Dank seiner hervorragenden Kletterfähigkeiten hält er sich als einziger heimischer Frosch gerne an und zwischen den Blättern von Bäumen, Sträuchern und Hecken auf. Den Sommer verbringt er bevorzugt in gewässerbegleitenden, blütenreichen Gehölzen.

Lebensweise und Fortpflanzung

Laubfrösche sind dämmerungs- und nachtaktiv und gehen in den Gehölzen auf Insektenjagd. Ihre durchschnittliche Lebenserwartung beträgt in der Natur etwa 5 Jahre. Die Fortpflanzungsphase ist durch folgende Merkmale gekennzeichnet: Sobald die Temperaturen im Frühjahr zirka zehn Grad Celsius erreichen, wandern die Tiere zu den Laichgewässern. Von April bis Juni sind die Rufe der Männchen („äpp-äpp-äpp“) weithin zu hören, die mithilfe ihrer Schallblase erzeugt werden. Geeignete Laichgewässer zeichnen sich dadurch aus, dass sie warm und besonnt sind sowie eine vegetationsfreie Flachwasserzone besitzen. Der Laich wird im Frühjahr abgelegt, woraufhin sich die Kaulquappen über das Frühjahr und den Sommer im Gewässer entwickeln.

   

Laubfrösche können von hellgrün bis grau gefärbt sein . © R. Jagersberger

 

Bis zu 25 Meter hoch kann der kleine Frosch klettern. © J. Limberger

 

Laubfrösche werden drei bis fünf Zentimeter groß. © H. Kurz

Wie kann der Laubfrosch geschützt werden?

Der Laubfrosch ist zwar in allen österreichischen Bundesländern anzutreffen, wird jedoch auf der Roten Liste als „Gefährdet“ eingestuft. Aus diesem Grund ist er europaweit besonders streng geschützt. Hauptursachen für den Rückgang sind Lebensraumverluste durch das Austrocknen von Gewässern, Grundwasserabsenkungen, die Begradigung von Bächen und Flüssen sowie das Entfernen von Hecken. Weitere Bedrohungen sind die Verschmutzung des Lebensraumes (durch Pestizide, Düngemittel und Müll), Fischbesatz (Fische fressen Laich und Larven) sowie Todesfallen im Straßenverkehr, durch Mäharbeiten oder in Gullys. Wichtig ist die Bereitstellung eines ausreichenden Angebots an Laichgewässern und geeigneten Landlebensräumen. An Verkehrswegen helfen Amphibienschutzvorrichtungen.

Amphibien dürfen nicht gestört, gesammelt oder gefangen werden. Um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden, sollten Gummistiefel beim Besuch unterschiedlicher Gebiete gründlich gesäubert, desinfiziert oder vollständig getrocknet werden. Hunde sollten von Amphibiengewässern ferngehalten werden, da sie die empfindlichen Tiere stören, den Laich zertrampeln und durch giftige Hautsekrete von Kröten oder Salamandern gefährdet sind.

Wussten Sie, …

dass der Laubfrosch dank seiner Saugnäpfe an den Zehen nicht nur bis zu 25 Meter hoch klettern kann, sondern dort auch noch sein Sonnenbad genießt, um seinen Stoffwechsel zu beschleunigen? Damit er dabei nicht vertrocknet, krümmt er seinen Rücken zu einer Halbkugel und versteckt Arme und Beine. Seine Haut wird mit Hilfe von vielen Schleimdrüsen befeuchtet, das dient der Kühlung. Durch das Verschließen der Drüsen verhindert ein Austrocknen.

Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.

Der Europäische Laubfrosch – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund

Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.

Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.

Nachlese:

Die Erdkröte

Der Grasfrosch

Der Teichmolch

Der Feuersalamander

Die Gelbbauchunke

Die Wechselkröte

Der Alpensalamander

03.09.2026

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