AmphiLink – der Springfrosch macht seinem Namen alle Ehre!

Perfekte Tarnung durch sein Falllaub-farbene Oberseite; © R. Jagersberger

Im Jahr 2026 beschäftigt sich der Naturschutzbund Oberösterreich im Rahmen des Interreg-Projekts „Amphibienschutz LINKED“ in einer Artikelserie mit den heimischen Amphibienarten und stellt deren Aussehen, Lebensraum, Lebensweise und Fortpflanzung sowie Möglichkeiten zum Schutz dieser Tiere vor: Der Springfrosch (Rana dalmatina) verdankt seinen Namen der außerordentlichen Sprungkraft – er kann bis zu zwei Meter weit und einen Meter hoch springen.

Aussehen

Die weiblichen Springfrösche erreichen eine Länge von etwa acht Zentimeter, Männchen werden bis zu 6,5 Zentimeter groß. Der Rücken ist rötlich-braun bis gelb-braun gefärbt und weist meist keine dunklen Flecken auf. Der Bauch ist hell beigefarben und gewöhnlich ungefleckt. Im Vergleich zum Grasfrosch besitzt der Springfrosch eine spitzere Schnauze und ein größeres Trommelfell. Die Larven besitzen einen hohen Flossensaum und erreichen eine Gesamtlänge von bis zu sechs Zentimeter.

Lebensraum

Der Springfrosch bevorzugt lichte und warme Laubwälder, gewässerreiche Wälder, Flussauen sowie Mittelgebirgslagen bis 700 Höhenmeter. Er ist vor allem im Flachland verbreitet; in den Alpen fehlt er. Seine Sommerlebensräume liegen oft weit entfernt vom Laichgewässer. Für die Fortpflanzung nutzt er mitteltiefe Gewässer wie Altarme, Seen, Teiche und Stillwasserzonen an Flüssen.

Lebensweise und Fortpflanzung

Mit Hilfe seiner langen Beine kann der Springfrosch etwa das 30-fache seiner Körperlänge überwinden. Seine Lebenserwartung beträgt bis zu 6 Jahre. Er wandert meist als erster Frosch ab Mitte Februar zu den Gewässern. Die Männchen rufen unter Wasser am Gewässergrund. Das Weibchen heftet einzelne, rundliche Laichballen an Ästen und Stängeln im Wasser an. Die Laichablage findet vor allem im März und April statt, während die Kaulquappen etwa von April bis Juli im Gewässer zu finden sind.

   

Springfrosch (links) und Grasfrosch (rechts); © H. Kurz

 

Altarme, Seen, Teiche u. Stillwasserzonen sind wichtig. © R. Jagersberger

 

Rundliche Laichballen an Ästen und Stängeln. © R. Jagersberger

Wie kann der Springfrosch geschützt werden?

Der Springfrosch gilt als stellenweise häufig, wird jedoch in der Roten Liste in der Vorwarnstufe geführt. Hauptbedrohungen sind Lebensraumverlust (Austrocknung, Grundwasserabsenkung), Verschmutzung (Pestizide, Dünger, Müll), Fischbesatz (Fraß von Laich und Larven), Todesfallen (Straßenverkehr, Mäharbeiten, Gullys) sowie Erkrankungen durch den Ranavirus oder den Chytridpilz.

Wichtig sind der Erhalt von Laichgewässern und Landlebensräumen, Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen sowie das Verbot des Störens, Fangens oder Sammelns. Um die Verbreitung von Krankheitserregern zu vermeiden, sollten zudem Gummistiefel beim Wechsel zwischen verschiedenen Gebieten gründlich gesäubert und getrocknet oder desinfiziert werden Durch die Sicherstellung eines ausreichenden Angebots an Laichgewässern und Landlebensräumen, die Einrichtung von Amphibienschutzvorrichtungen an Straßen.

Amphibien dürfen nicht gestört, gesammelt oder gefangen werden. Um die Verschleppung von Krankheiten zu vermeiden, sollten Gummistiefel beim Besuch unterschiedlicher Gebiete gründlich gesäubert, desinfiziert oder vollständig getrocknet werden. Hunde sollten von Amphibiengewässern ferngehalten werden, da sie die empfindlichen Tiere stören, den Laich zertrampeln und durch giftige Hautsekrete von Kröten oder Salamandern gefährdet sind.

Wussten Sie, …

dass der Springfrosch genauso wie der Laubfrosch eine faszinierende Eigenschaft hat? Er ist in der Lage, seine Farbe geringfügig zu ändern! Während er bei Kälte häufig dunkel gefärbt ist, trägt er bei Wärme und Trockenheit oft ein sehr helles Gewand.

Haben Sie Vertreter der Amphibien beziehungsweise andere Tierarten beobachtet oder sogar fotografiert? Dann melden Sie uns bitte Ihre Naturbeobachtung auf der Citizen Science Plattform des Naturschutzbundes unter www.naturbeobachtung.at und helfen Sie mit, mehr über das Vorkommen unserer Fauna zu erfahren.

Der Springfrosch – Amphibien-Steckbrief vom Naturschutzbund

Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“: Vernetzung von Amphibienschutzstrategien und -maßnahmen im alpinen und voralpinen Raum

Das länderübergreifende Interreg-Projekt „Amphibienschutz LINKED“ bündelt die Expertisen von Naturschutzbund Oberösterreich, Naturschutzbund Österreich, Naturschutzbund Salzburg, Naturschutzbund Tirol und Bund Naturschutz in Bayern, um das Überleben gefährdeter Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Region nachhaltig zu fördern. Zwischen 2025 und 2028 entstehen fachliche Leitfäden, die praxisnahe Lösungen für Gefahrenstellen wie Straßen, Weideroste und Speicherteiche bieten. Das Projekt wird gefördert von der Abteilung Naturschutz des Landes Oberösterreich.

Durch die Optimierung von Laichgewässern und gezielte Öffentlichkeitsarbeit soll zudem der Lebensraum geschützt und das Bewusstsein in der Bevölkerung gestärkt werden. Das Projekt dient als interdisziplinäre Plattform, die Behörden und Planern fundierte Standards für einen effektiven und kostengünstigen Artenschutz bereitstellt.

Nachlese:

Die Erdkröte

Der Grasfrosch

Der Teichmolch

Der Feuersalamander

Die Gelbbauchunke

Die Wechselkröte

Der Alpensalamander

Der Europäische Laubfrosch

Der Bergmolch

28.10.2026

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