Untere Salzach

Die durch die Einengung der Salzach im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erfolgte Zähmung (Regulierungen der Salzach, Geschieberückhalt durch Bau von Speichern, Wildbachsperren und Wasserkraftwerke sowie Geschiebeentnahmen aus dem Fluss und seinen Zubringernder) ursprünglich so wilden Salzach bewirkte eine massive Eintiefung der Flusssohle der Salzach. Eine Sanierung mit sohlstabilisierende Maßnahmen ist dringend notwendig. Zweifellos besteht Handlungsbedarf! Während jedoch an Flüssen wie der Drau und der Grenzmur die Stabilisierung der Sohle erfolgreich durch zeitgemäßen Gewässerrückbau (Aufweitungen, Anlage von Nebenarmen, etc.) erfolgt, plant man an der Salzach Rampenbauwerke oder – wenn es nach überholten politischen Strickmustern geht – Kraftwerke.

Dabei scheint man völlig zu übersehen, ...
... dass Rampen und Kraftwerke die bestehenden Geschiebeprobleme weiter verschärfen, obwohl es für die Sanierung flussbauliche Alternativen gibt.
... dass der Sanierungsabschnitt in Europaschutz- und Naturschutzgebieten liegt.
... dass Schutzgüter wie alpine Flüsse, weiche Au, Flussregenpfeifer, Flussuferläufer, Huchen und Weißflossengründling auf frei fließende natürliche Flüsse (und nicht auf Stauseen) angewiesen sind.
 

Die Oö. Umweltanwaltschaft beauftragte die Mayr&Sattler OG und das Büro Dr. Eisner mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie „Naturflussvariante“ zur Sanierung der Unteren Salzach. Das Ergebnis: das vorgelegte Konzept „Naturfluss Salzach“ im Tittmoninger Becken ist nicht nur technisch machbar, sondern auch billiger und ökologisch besser als Verbauungsvarianten. Studien und Gutachten zur Salzachsanierung finden Sie auf der Homepage der OÖ. Umweltanwaltschaft.

Der Naturschutzbund OÖ. fordert gemeinsam mit der Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach (ALS) daher eine möglichst naturnahe Sanierung mit großzügiger Flussbettaufweitung und unbefestigten Ufern und ein Verzicht auf teure Verbauungen und Kraftwerksnutzung!

Kundgebung „Für eine freifließende Salzach“

© Josef Limberger

Am Sonntag, 17. Juni 2018, veranstaltete der Bayerische Kanu-Verband gemeinsam mit dem Naturschutzbund und den anderen Mitgliedsorganisationen der „Aktionsgemeinschaft Lebensraum Salzach“ eine Kundgebung „Für die Salzach als Naturfluss“.

Nach einer gemeinsamen Kanu- und Plättenfahrt auf der Salzach von Tittmoning bis Burghausen, fand die Demonstration am Stadtplatz von Burghausen statt. Hauptredner waren Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des Bundes für Natur und Umweltschutz Deutschland BUND, Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz in Bayern LBV, und Josef Limberger, Obmann vom Naturschutzbund Oberösterreich. Sie alle forderten eine ökologisch orientierte Sanierung der unteren Salzach ein, damit hier wieder ein lebendiger Naturfluss entstehen kann. Über 100 Personen nahmen an der Kundgebung teil.
www.salzach.de

 

Naturerbe "Untere Salzach" und Wasserkraft nicht vereinbar

© Josef Limberger

Untere Salzach - der letzte frei fließende Voralpenfluss

© Ferdinand Reindl

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