Der Eurasische Luchs (Lynx lynx)

Der Eurasische Luchs (Lynx lynx) ist der drittgrößte Beutegreifer Europas. Auf die Jagd geht der Einzelgänger vor allem in der Dämmerung und nachts. Seine Augen sind sechsmal so lichtempfindlich wie die des Menschen, so kann er sich auch im Dunkeln gut orientieren.

Der Luchs erreicht ungefähr die Größe eines Schäferhundes. Seine Schulterhöhe beträgt etwa 60 bis 70 cm. Die Pinselohren, der rundliche Kopf mit Backenbart, die unverwechselbare Fleckenzeichnung, welche auch zur Identifizierung einzelner Individuen herangezogen werden kann, und der Stummelschwanz machen diese größte europäische Katze unverwechselbar. Der kräftigere Kuder (Männchen) kann über 20 kg schwer werden.

Zur Hauptbeute des Luchses gehören Rehe (im Jahr etwa 50 bis 60 Stück), Junghirsche und Gämsen. Aber auch Füchse gehören zu seinen Beutetieren. Daneben werden vereinzelt auch Feldhasen, Marder, Vögel und Kleinsäuger wie Mäuse erlegt. Nur selten gibt es Übergriffe auf Haustiere (Schafe). Diese werden nach Überprüfung durch einen Luchsbeauftragten entschädigt.

© Josef Limberger

© Josef Limberger

Der Luchs lauert seiner Beute an Wildwechseln auf und tötet diese durch einen Drosselbiss in die Kehle. Durch diese "saubere" Art des Tötens kann ein Luchsriss durch Experten meist leicht als solcher erkannt werden.

Als Lebensraum benötigt diese Katze weitläufige, weitestgehend störungsfreie Waldgebiete, überwindet aber durchaus größere Distanzen in einer vernetzten Kulturlandschaft. Für den Menschen ist diese große Katze absolut ungefährlich!

In Oberösterreich gibt es zurzeit zwei Luchspopulationen: eine im Nationalpark Kalkalpen und dessen Umgebung, die zweite im Böhmerwald. In beiden Bereichen engagiert sich der Naturschutzbund in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen für diese edle Katze.

Im Nationalpark Kalkalpen wird bei Bedarf der Bestand durch Auswilderung einzelner Tiere durch die Fachgruppe LUKA gestützt. Ein Jungtier aus dem Nationalpark wurde im niederösterreichischen Wildnisgebiet Dürrenstein nachgewiesen. Vom Böhmerwald wanderte der Luchs bis in das niederösterreichische Waldviertel. Sogar bis vor die Tore von Linz hat es ein Luchs, ebenfalls vom Böhmerwald aus, geschafft.

Luchse beanspruchen Reviere von 100 km² und sind wahre Weitwanderer. In ganz Österreich gibt es schätzungsweise nur etwa 10 bis 20 Tiere. Der Luchs steht EU-weit unter strengem Schutz. Trotzdem verschwinden immer wieder Luchse oder es werden verwaiste Jungtiere aufgefunden. Dies deutet auf hohe Sterblichkeit durch Verkehr und Wilderei hin. Es liegt an der Akzeptanz durch uns Menschen, ob sich dieser faszinierende Beutegreifer bei uns auf Dauer wieder etablieren kann. Die größten Gefahren für den Luchs gehen vom Menschen aus! Zu seinem Schutz sollten Grünbrücken über stark befahrenen Straßen errichtet und alte Wanderrouten nicht verbaut werden.

 

"Pro Luchs"

Oberösterreich startet ein ehrgeiziges Projekt zum Schutz des Luchses!

Der strenge Artenschutz alleine reicht nicht aus, um zu einer überlebensfähigen Luchspopulation in Oberösterreich zu kommen. Daher bündeln die Abteilung Naturschutz beim Amt der OÖ. Landesregierung, der OÖ. Landesjagdverband und der Naturschutzbund OÖ. ab heuer gemeinsam ihre Kräfte und starten das Projekt „Pro Luchs“.

Mehr Daten über den Luchs, mehr Akzeptanz des Luchses bei den oberösterreichischen Jäger/innen und bessere Rahmenbedingungen für das Überleben der Luchse insgesamt, sind die wichtigsten gemeinsam gesteckten Ziele, die in den nächsten Jahren erreicht werden sollen. Am 16. Februar 2017 fand eine Pressekonferenz in Linz statt.

Unterrichtsmodule zum Projekt PRO Luchs Oberösterreich

 

 Im Rahmen des Akzeptanzprojektes PRO Luchs bietet der Naturschutzbund Unterrichtseinheiten zum Thema an.

 

 

Pressekonferenz: Der Luchs in Österreich 

Presseaussendungen | naturschutzbund | & Fachgruppe LUKA

Meinungen

Cookies helfen uns bei der Erbringung unserer Dienste. Durch die Nutzung unserer Angebote erklären Sie sich mit dem Setzen von Cookies einverstanden.